Kleine Zahlenakrobatik aus den USA

Nach den laufend aktualisierten Angaben der New York Times gab es in den USA am 02.07.2020 2.702.100 infizierte Personen; davon waren bis zum Stichtag 128.100 Personen (=4,7% der gemeldeten Fälle) mit oder durch eine Covid-19-Infektion gestorben. Die Angaben decken sich fast genau mit den Zahlen der Johns Hopkins School of Medicine.

Wie die New York Times schreibt waren von den 2,7 Mill. Infizierten mehr als 282.000 Personen in Pflegeheimen oder Langzeiteinrichtungen untergebracht oder dort angestellt. Davon sind bereits mehr als 54.000 gestorben. Das bedeutet, dass sich 10,77 % der infizierten Amerikaner in Pflegeheimen befinden oder bereits dort gestorben sind. Von den infizierten Pflegeheimbewohnern und dort Angestellten haben 19,15% die Infektion bisher nicht überlebt.

Von den 128.100 Covid-19-Sterbefällen der USA fallen 42,15% auf Bewohner und Angestellte von Pflegeeinrichtungen.

Mehr als 75.000 der Insassen und Angestellten von Haftanstalten der USA haben sich bislang mit Covid-19 infiziert; von diesen sind mindestens 657 (0,88% der Infizierten) bereits gestorben. Von den insgesamt infizierten Amerikanern befinden sich 2,78 % in Haftanstalten.

Das bedeutet, – unter der Annahme, dass diese Zahlen die Situation realistisch wiedergeben -, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Corona-Infektion nicht zu überleben, in Pflegeeinrichtungen fast 20% beträgt, und dass das Sterbefallrisiko in Pflegeheimen etwa 22 mal so hoch ist wie in Haftanstalten.

Das hat mutmaßlich etwas mit der Altersstruktur der Bewohner zu tun; beiden Gruppen ist gemeinsam, dass weder die Häftlinge noch die pflegebedürftigen Senioren keine Chance haben, die Einrichtung zu verlassen.

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